Es gab eine Zeit, da war mir jeder einzelne Euro, den ich im Monat mehr hatte, eine unermessliche Freude. Diese Zeit begann und endete mit meinem Studium. Als Student hatte ich natürlich gefühlt immer zu wenig Geld, aber ich bin mit meinem Budget auch nicht ordentlich umgegangen. Ich brauchte eine Lösung, um schnell und einfach Geld zu verdienen. Meine damalige Studenten-WG, alles waschechte Fulltime-Hustler, gab mir einen Tipp: Blut- und Plasmaspende.

Das habe ich dann auch direkt mal einige Monate gemacht und so 100 € pro Monat dazu verdient. Ja, es war Blut, Schweiß und Tränen. Also Schweiß und Tränen weil ich eine unglaubliche Angst vor Spritzen habe, aber sonst war es doch ziemlich entspannt.

Es gibt in Deutschland neben Organisationen wie dem Deutschen Roten Kreuz auch Unikliniken oder private Unternehmen, wie die Haema, die das Blutspenden ermöglichen. Bei privaten Unternehmen und den Unikliniken gibt es eine finanzielle Aufwandsentschädigung, beim Roten Kreuz kriegst du eine Bockwurst.

Es gibt natürlich auch Menschen, die es falsch finden, Geld für eine „Blut-Spende“ zu verlangen. Allerdings ist vielen auch nicht bewusst, dass das Rote Kreuz (mit 75 % Marktanteil am Blutbusiness) bis zu 200 € pro Liter Blut kassiert. Für mich war es eine Art Nebenjob und daher war ich dankbar für die knapp 20 € Entschädigung, die ich für die Blut- und Blutplasmaspenden erhalten habe.

Dabei gibt es zwei Arten von Blutspenden: Die klassische Blutspende, bei der du einen halben Liter Blut in 10 Minuten abgezapft bekommst und die Blutplasmaspende. Bei der Plasmaspende werden die roten Blutkörperchen letztendlich wieder in die Blutlaufbahn zurückgepumpt. Die Verkabelung dauert insgesamt knapp 45 Minuten aber im Nachgang ist es dann doch etwas angenehmer als die klassische Variante. Nach der Blutspende ging es mir manchmal etwas schummrig, da ich ja auch einen halben Liter Bluter weniger im System hatte. Aber dafür gibt es beim Roten Kreuz auch eine Bocki. Plasma kann man alle vier Tage spenden, Blut nur alle zwei Monate, weil der Körper den halben Liter Blut erst wieder auffüllen muss.

Meine Tipps zum Blut und Blutplasmaspenden:

  • ausreichend Wasser trinken, damit es besser fließt
  • immer vorher nochmal aufs Klo gehen
  • genug gegessen haben
  • etwas zu lesen mitnehmen
  • nach Thrombozytenspenden fragen (da gibt es bis zu 50 € für)

Ich wurde mal für einige Wochen gesperrt, weil meine Eiweißwerte nicht ausreichend waren. Gut zu wissen, dass man immer wieder so genau durchgecheckt. die mich so screenen, aber meine Eiweißwerte waren sicherlich auch wegen den Plasmaspenden so gering. Naja, meine Mitbewohner wurden allerdings nie gesperrt und sind alle 4 Tage zum Plasmaspenden gerannt. Und es hinterlässt auch Narben. Also wenn man ganz genau hinsieht kann man es im richtigen Licht direkt sehen.

Zusammengefasst ist es aber einfach verdientes Geld, dass mich als Student gut unterstützt hat. Mit ein wenig Zeitaufwand und ein bisschen Vorbereitung (siehe Tipps) ist das echt eine akzeptable Nebeneinkunft. Man darf nicht vergessen, dass immer noch viel zu wenig Blut gespendet wird und dass das gespendete Blut dringend gebraucht wird. Und das es eine Aufwandsentschädigung von ca. 20 € gibt ist meiner Auffassung nach absolut ok.

Liebe Grüße,
dein William.