Wie versprochen ist hier der zweite Teil zum Thema ETF-Sparplan. Letztes Mal habe ich dir vorgerechnet, warum sich ein solcher Sparplan lohnt. Dieses Mal will ich dir das Funktionsprinzip erklären.

Ich empfehle dir, grundsätzlich mit einem Sparplan zu beginnen, wenn du sowieso schon eine Notreserve (2-3 Nettogehälter) angespart hast und das Geld, das du in den Sparplan steckst, für mindestens 5 Jahre nicht brauchst. Der Faktor Zeit ist hier nämlich entscheidend für den Zinseszins-Effekt, aber auch zum Ausgleich von möglichen Kursschwankungen, die es einfach gibt. Zwischenzeitliche Verluste können oft dazu gehören, aber gleichen sich i.d.R. über längere Anlagezeiträume aus.

Aber was ist eigentlich ein ETF? Ein Exchange-Traded-Fund (ETF) ist ein passiv gemanagter Indexfonds, der an der Börse gehandelt wird. Ganz kurz zusammengefasst: Mit einem ETF-Sparplan kaufst du Anteile an eben diesem Fonds und dieser Fonds kauft mit deinem Geld Wertpapiere von Unternehmen und Staaten, die eine gute Rendite versprechen. Der Vorteil ist, dass du so automatisch in viele verschiedene Unternehmen investierst, anstatt in Einzelwerte und du dadurch dein Risiko streust. Das nennt man Diversifikation und ist eines der wichtigsten Prinzipien, das du bei der Geldanlage berücksichtigen musst! Hinzu kommt, dass die Gebühren relativ niedrig sind, etwa zwischen 0,2 und 0,5 %. Auch wenn hier noch Fondsgebühren hinzukommen, ist es weit günstiger, als das Geld in einen aktiv gemanagten Fonds zu investieren. Und niedrige Gebühren sind wichtig, weil zu hohe Gebühren deine Rendite fressen können. Das muss ja nicht sein.

Mit einem ETF-Sparplan kaufst du also monatlich neue Anteile an einem Fonds hinzu. Dein eingezahltes Geld beginnt also direkt mit der Arbeit und erwirtschaftet im Idealfall umgehend die ersten kleinen Gewinne. Die Gewinne, wir nennen sie lieber Renditen, sind abhängig von deiner Risikobereitschaft und belaufen sich üblicherweise zwischen 4 und 7 %. Im Vergleich zum Tagesgeldkonto mit einer derzeitigen Verzinsung von max. 1 % ist das ein enormer Vorteil. Die Idee hinter dem ETF ist, dass er einen Markt abbildet und du vom Marktwachstum profitierst. Also kein Gezocke, weil du nicht in Einzelwerte investierst!

Jetzt zur Praxis. Wie geht das konkret? Du hast grundsätzlich zwei Möglichkeiten:

Die erste Möglichkeit ist, dass du ein Depot bei einer Bank eröffnest und die Möglichkeit eines ETF-Sparplans nutzt. Dazu wird monatlich ein von dir festgelegter Betrag von deinem Girokonto eingezogen und in den Sparplan investiert. Ich nenne das gerne das Do-It-Yourself-Prinzip, weil du deine ETF-Anteile selbst aussuchst und kaufst.

Die zweite Möglichkeit ist, dass du ein Konto bei einem Robo-Advisor eröffnest und beim Anbieter direkt einen Sparplan abschließt. Dieser übernimmt dann alle notwendigen Aufgaben für dich: er kauft ETF-Anteile für dich, mischt verschiedene ETFs, um dein Geld nach deiner persönlichen Risikoneigung anzulegen und passt deine Investition immer an die Marktentwicklung an, damit dein Risiko möglichst konstant bleibt. Diese Leistung stellt dir der Anbieter natürlich in Rechnung. Im Gegensatz zum eigenen Depot, bei dem du Fondsgebühren von 0,4 % pro Jahr zahlst, fällt bei Robo-Advisorn zusätzlich eine Art Bearbeitungsgebühr an. Die Höhe der Gebühr hängt vom Anbieter ab, liegt aber irgendwo zwischen 0,5 bis 1,0 % pro Jahr. Was wirklich zu verkraften ist, wenn man bedenkt, dass du sonst keinerlei Aufwand mit deiner Geldanlage hast. Hier hast du eine Übersicht über einige Robo-Advisor, die ich persönlich gut finde.

Fassen wir es also nochmal kurz zusammen: ETFs sind eine schlaue Wahl, weil du dein Geld direkt auf viele verschiedene Wertpapiere aufteilst und dadurch dein Risiko minimierst. Mit einem Sparplan hast du zudem die Möglichkeit, auch mit geringem Startkapital früh mit der Geldanlage zu beginnen und so eine Gewohnheit im sinnvollen Sparen zu entwickeln. Zur Umsetzung kannst du zwischen Do-It-Yourself und Robo-Advisor wählen. Entscheidest du dich für ein eigenes Depot, sparst du Gebühren, hast aber auch etwas mehr Zeitaufwand, den du berücksichtigen musst. Robo-Advisor sind etwas teurer, übernehmen aber die Arbeit für dich.

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Beste Grüße,
Dein William.