Du willst wissen, wie du bequem und schnell reich wirst? Gar nicht. Das wusstest du wahrscheinlich schon und trotzdem reagierst du auf diese Überschrift. Jeder, der dir den schnellen und sicheren Weg zum Reichtum verspricht, lügt. Das wollte ich schon immer mal gesagt haben. Aber wenn ich deine Aufmerksamkeit jetzt schon habe, möchte ich dir gerne zeigen, wie du langfristig Vermögen aufbaust. Das funktioniert nämlich und es ist auch noch logisch.

Das ist der dritte Post meiner Serie über die drei Finanzphasen. Kurz zur Erinnerung: Die erste Phase ist die Schuldentilgung und die zweite Phase der Aufbau eines Finanzpolsters. Um die dritte Phase, den Vermögensaufbau, geht es in diesem Beitrag.

Was meine ich mit Vermögensaufbau? Vermögensaufbaus soll dir deine langfristigen Ziele verwirklichen können (z.B. dein Haus, ein Auto, eine Weltreise oder deine Altersvorsorge). Weil es um langfristige Ziele geht, sparst du in der Regel auch über viele Jahre, bevor du auf das Geld zugreifst (wenn du Geld für dein Alter zurück legst, sparst du mitunter Jahrzehnte). Sobald du mehr als 5 Jahre auf das gesparte Geld verzichten kannst, spreche ich von Vermögensaufbau.

Warum ist die Sparzeit so wichtig? Beim Vermögensaufbau soll sich dein Geld vermehren. Das geht aber nur, wenn die Zinsen, die du dafür bekommst über der Inflation liegen. Dies ist allerdings mit den klassischen sicheren Anlagen (Sparbuch, Tagesgeld, Festgeld) nicht mehr möglich. Es bleibt dir daher nur die Anlage in Aktien und Anleihen. Wenn du bei den letzten beiden Wörtern innerlich zusammengezuckt bist, lies erstmal weiter.

Mit Aktien wirst du selbst Eigentümer am Unternehmen. Über Anleihen leihst du Unternehmen (oder Staaten) Geld. Das gleiche machen auch Banken mit deinen Einlagen, allerdings kannst du so direkt davon profitieren.

Aktien und Anleihen solltest du nur in Fonds kaufen. Ein Fonds ist eine Art Geldtopf, der in viele Aktien oder Anleihen investiert (Wertpapiere). So soll das Risiko eines einzelnen Wertpapiers reduziert werden. Vor allem Aktien schwanken mitunter stark im Wert. Durch die Kombination von tausenden verschiedenen Aktien gleichen sich Schwankungen teilweise aus. So wird Risiko minimiert und du profitierst vom langfristigen Wirtschaftswachstum. Die besten Fonds investieren in tausende Wertpapiere aus vielen Ländern und Branchen. Daher auch die Anlagezeit von mindestens 5 Jahren, nach dieser Zeit fallen Schwankungen in der Regel weniger stark aus.

Vorsicht bei Gebühren, die fressen dein Vermögen. Einige Fonds sind sehr teuer, weil sie von teuren Fondsmanagern verwaltet werden. Studien haben gezeigt, dass Fondsmanager keinen Mehrwert bieten. Sinnvoll sind Fonds, die nach mathematischen Kriterien in möglichst viele unterschiedliche Unternehmen investieren. Solche Fonds werden auch ETFs genannt und sind günstiger (~ 0,3 % pro Jahr statt ~ 2,0 % bei gemanagten Fonds).

Diese mathematischen Modelle machen sich digitale Geldmanager zunutze (auch Robo-Advisor, siehe Artikel hier). Für alle, die ihre Geldanlage möglichst einfach regeln wollen sind Robo-Advisor daher die beste Option. Ein Robo-Advisor ermittelt für dein Risikowunsch die beste Anlagestrategie, setzt sie um und passt sie dann regelmäßig an. Dafür verlangt er eine Gebühr von 0,6 % bis 1,0 % pro Jahr (zusätzlich zu den Kosten der Fonds von ca. 0,3 % pro Jahr). Günstiger kommst du nur, wenn du die Fonds direkt selbst kaufst.

Bei Robo-Advisors habe ich zur Zeit zwei Empfehlungen:

Visualvest wollen oder zumindest 50 € pro Monat sparen können. Die Servicegebühr liegt hier bei 0,6 % im Jahr. Visualvest bietet auch die Anlage in grüne Fonds an, allerdings liegen hier die Fondskosten bei rund 1,5 % pro Jahr statt 0,3 %.

Growney für alle, die weniger anlegen möchten. Hier kannst du bereits ab 1 € anlegen. Die Kosten betragen zwischen 0,99 % im Jahr.

Ich hoffe, dass dir meine kleine Anleitung zum Vermögensaufbau hilft. Wenn du Fragen hast, schreib mir.

Liebe Grüße,
dein William.

Nachtrag: Hier habe ich dir nochmal eine kurze und praktische Zusammenfassung zum Thema Vermögensaufbau / langfristiges Sparen geschrieben.