"Ah. Only root karate come from Miyagi. Just like bonsai choose own way grow because root strong you choose own way do karate same reason."- Mr Miyagi, Karate Meister

Ich habe auch mal Karate gemacht. In meiner Jugend, Schnupperkurs für vier Wochen. Ich wollte sein wie Daniel-san, aber leider hat die Motivation nicht ausgereicht, um ein richtiger Karateka zu werden. Ist auch egal, denn letztes Wochenende habe ich, zur Freude meiner Freundin, Karate-Kid 1 bis 3 geguckt und das hat mich auf eine Investitionsidee gebracht: Bonsais!

Also habe ich mal auf eBay nachgesehen, was so ein Bonsai kostet und das kommt ganz auf den Baum an. Genauer gesagt kommt es darauf an, welche Bonsai-Art es ist, vor allem Ahorn scheint gut zu laufen, und welches Alter er schon besitzt. So kostet ein Bonsai zwischen 4 und 12 Jahren irgendetwas zwischen 50 und 250 €. Das finde ich schon krass, schließlich reden wir hier über einen kleinwüchsigen Baum. Noch erstaunlicher sind die Preise für Bonsais, die älter sind als 25 Jahre. Auf www.bonsai.de kostet ein 30-jähriger Bonsai zwischen 1.000 € und 3.000 €, ein 50-jähriger 5.000 € und ein 70-jähriger Bonsai kostet tatsächlich 7.000 €. Zum ersten Mal habe ich verstanden, warum Mr. Miyagi so leidenschaftlich mit seinen Pflanzen umging. Das war seine Altersvorsorge! Also habe ich mal durchgerechnet, ob sich das wirklich lohnen kann.

Die Samen kosten nichts. Vielleicht 1 € für 100 Stück. Dann brauche ich noch Töpfe, Erde und Dünger. Für einen Miniatur-Dschungel mit 10 Bonsais gehe ich von einer Anfangsinvestition von ca. 70 € aus. Das Wasser, um die Bäumchen zu gießen, berücksichtige ich in dieser Kalkulation nicht. Das nötige Know-How kriege ich über Youtube, also muss ich mir auch keine teuren Fachbücher kaufen. Wenn ich mit einer Anlagedauer von 40 Jahren rechne und einen theoretischen Verkaufswert von 4.000 € erwarte, würde ich pro Bonsai 100 €/Jahr verdienen. Ganz exakt müsste man natürlich Kosten für Wasser, Dünger und Erde berücksichtigen, aber egal. Vielleicht ist es sogar noch schlauer 200 € in einen 10 Jahre alten Bonsai zu investieren und diesen nach 40 Jahren für 5.000 € zu verkaufen. Dann hätte ich pro Baum 4.800 € gemacht und das wären im Jahr schon 120 € Gewinn (wenn ich alle Bäumchen durchkriege 48.000 € Gewinn insgesamt). Eigentlich nicht schlecht, aber lass mich die Vor- und Nachteile nochmal kurz bedenken:

Bonsais sind krisensicher, gerade in schwierigen Zeiten suchen Menschen nach etwas konstantem. Warum also nicht ein Baum, der langsam wächst? Die Bäumchen würden meine Wohnung zu einem Ort der Ruhe transformieren und ich als Bonsaizüchter auf meine Freundin einen sehr kultivierten Eindruck hinterlassen. Andererseits könnte es mich emotional zerreißen, wenn meine kostbaren Bäumchen von Blattläusen befallen werden oder irgendein Tölpel die Blumentöpfe umschmeißt. Vielleicht kann ich mich nach den 40 Jahren auch gar nicht mehr von meinen Bäumen trennen und ich sehe keinen einzigen Cent. Außerdem braucht es wirklich einen langen Atem und bedarf intensive Pflege bis so ein Bonsai echt was wert ist. Aber es könnte ja auch zu einem meditativen Hobby werden und dadurch zur Quelle meiner inneren Ruhe. Klarer Pluspunkt!

Ich glaube ich wünsche mir einen zu Weihnachten! Dann spare ich mir auch noch die 200 € Startinvestition. Mr. Miyagi wäre stolz auf mich. Hast du einen Bonsai oder ähnliche Anlageideen? Schreib mir!

Liebe Grüße,
dein William-san