“Ich wollte dich mal fragen, was ich mit meinen Finanzen machen soll?” So oder so ähnlich melden sich öfters mal meine Freunde bei mir. Das verstehe ich nur zu gut. Man wünscht sich Orientierung, das Thema “Finanzen” ist ja doch sehr umfangreich.

Und eigentlich muss man die Dinge auch nicht so kompliziert machen. Ganz allgemein findet sich gerade jeder in einer der folgenden drei Phasen wieder: 1) Schulden tilgen, 2) Notgroschen ansparen, 3) Vermögen aufbauen. Die Phasen oder Schritte durchläuft man in der Regel nacheinander.

In diesem Artikel gebe ich eine kurze Zusammenfassung über alle Phasen. In den folgenden Blogeinträgen werde ich dann auf die einzelnen Phasen näher eingehen.

1) Schulden tilgen:
Entweder du hast noch einen Kredit offen oder musst bald die BAföG-Schulden zurückzahlen. In dem Fall hat die Rückzahlung die höchste Priorität. Wenn du sofort Schulden tilgen kannst (z.B. deinen Dispo), solltest du das auch schnellstmöglich tun. Wenn du nur zu bestimmten Zeiten zurück zahlen kannst, dann solltest du für diese Termine sparen. Hier ist ein Tagesgeldkonto hilfreich. Betrifft dich das Thema, hab ich hier das Wichtigste kurz und praktisch erklärt.

2) Notgroschen ansparen:
Wenn du die Schulden getilgt hast, solltest du zuerst einen Notgroschen ansparen. Ausnahme: Wenn du sehr langfristige Tilgungen hast, wie zum Beispiel einen Immobilienkredit, solltest du auch vor der Rückzahlung einen Notgroschen ansparen.
Der Notgroschen sollte mindestens 3 Netto-Gehälter betragen, kann aber auch mehr sein, je nachdem womit du dich wohl fühlst. Der Notgroschen hilft dir, unerwartete Ausgaben bedienen zu können (z.B. Auto geht kaputt). Hier empfehle ich auch ein Tagesgeldkonto, statt das Geld einfach auf dem Girokonto zu lassen. Da ist die Verzinsung besser und du kommst nicht in Versuchung, dein Erspartes für Spontankäufe zu opfern.

3) Vermögen aufbauen:
Wenn Schritt 1 und 2 abgehakt sind, kannst du dich dem eigentlichen Vermögensaufbau widmen. Wenn alles gut läuft, bist du die längste Zeit deines Lebens in dieser Phase. Das Vermögen, was du aufbaust, wird dabei immer einem bestimmten Zweck dienen: als Altersvorsorge, als Anzahlung auf ein Haus oder du kaufst dir ein Auto.
Wenn ich von Vermögensaufbau rede, gehe ich davon aus, dass das Geld in der Regel für mindestens 5 Jahre nicht zwingend benötigt wird. Beträge für kurzfristige Ausgaben, die du jetzt schon absehen kannst, solltest du lieber auf dem Tagesgeldkonto parken.
Für den Vermögensaufbau empfehle ich die Anlage in Produkte, die höhere Zinsen bringen und geringe Gebühren haben. Dafür eignen sich Aktien und Anleihen. Wer möglichst wenig Stress haben will, fährt mit Robo-Advisors gut, die diese Anlage für dich automatisiert übernehmen. Wer die Sache lieber ganz selbst in die Hand nimmt, ist mit günstigen, breit gestreuten ETFs am besten beraten (z.B. MSCI World). Auch kein Hexenwerk, aber du solltest wissen, was du tust.

Das war ein kurzer Abriss für das grundsätzliche Verständnis deiner Finanzsituation. In den nächsten Artikeln setze ich dann den Fokus auf die einzelnen Phasen.

Liebe Grüße,
dein William.

PS. Hier habe ich schon mal erklärt, wie ich mir einen guten Überblick über meine monatlichen Finanzen geschaffen habe. Hat sich sehr gelohnt.