“Macht das Sinn, jetzt Geld anzulegen, wenn doch bestimmt bald die nächste Krise kommt?”, werde ich immer häufiger gefragt. Ich freue mich über solche Fragen, auch wenn das Wort “Krise” in mir ebenfalls ein mulmiges Gefühl auslöst. Was wenn ich meinen Freunden rate, Geld in Fonds anzulegen, die dann kurz darauf bis zur Hälfte ihres Wertes verlieren (wie bei der Finanzkrise 2008 geschehen)? Die Antwort auf die Frage ist daher, wie fast alles im Leben, etwas komplizierter.

Stichwort Finanzkrise: Das es in der Wirtschaft und damit auch an den Börsen Aufs und Abs gibt, hat jeder schon mal gehört. 2008 ist jetzt schon 9 Jahre her, seit dem ging es ziemlich stetig bergauf. Der DAX (bestehend aus den Aktien der 30 größten deutschen Unternehmen und genutzt als Barometer der deutschen Wirtschaft) hat vor wenigen Tagen (2. Juni 2017) ein neues Allzeithoch erreicht. Viele sehen diese Zeichen als Warnsignale und ich verstehe das. Kommt die nächste Krise bald?

Meine Antwort: Wir wissen es nicht und können es nicht wissen. Die aktuellen Preise für Aktien und Anleihen spiegeln alle derzeit verfügbaren Informationen wieder, inklusive der Einschätzung über zukünftige Entwicklung der Unternehmen und der Gesamtwirtschaft. Wer diese Meinung teilt, für den ist es unmöglich, eine Krise vorauszusehen. Nachträglich haben es die Experten natürlich alle gewusst. Fakt ist, dass es auch schon seit einigen Jahren Leute gibt, die den nächsten Crash unmittelbar sehen. Irgendwann werden sie natürlich Recht haben, aber sollte ich mich davon leiten lassen?

Mein Ansatz hier ist eher langweilig. Wenn man nicht wissen kann, wann die Krise kommt, gibt es auch kein wirkliches Abpassen des geeigneten Moments. Allerdings nur, wenn man langfristig anlegt (mindestens 5 Jahre). Denn Krisen sind ganz normal und Kursverluste ebenso. Doch je länger man anlegt, desto entspannter sollte man sein. Wer schon weiß, dass er das angelegte Geld in 3 Jahren braucht, für den ist das Risiko einer Krise natürlich deutlich höher. Bei Anlagezeiträumen von 15 Jahren und mehr, spielt der Zeitpunkt, zu dem man investiert hat, kaum noch eine Rolle. Das Motto ist: Kaufen und halten. Das schlimmste ist, in der Krise aus Angst vor weiteren Verlusten zu verkaufen und dann bei Höchstständen wieder einzusteigen. Finger weg. Am besten nicht ständig auf die aktuellen Kurse schauen und sich nicht verrückt machen lassen.

Wer noch nicht ganz überzeugt ist, dem hilft vielleicht dieses Beispiel. Wer in den oben beschriebenen DAX zum schlechtesten Zeitpunkt der letzten 50 Jahre investiert hätte (also kurz vor einer Krise), der hatte spätestens nach 13 Jahren keinen Verlust mehr Quelle. Also selbst wer extrem viel Pech hatte, musste nur lange genug warten. Wer kurz vor der Finanzkrise 2008 sein Geld angelegt hatte, musste nur 5 Jahre warten, bis er insgesamt wieder im Plus war (nach 40 % Verlusten 2008).

Ganz wichtig: Der DAX ist eine Kombination aus vielen Unternehmen. Wer von positiven langfristigen Entwicklungen profitieren will, MUSS seine Anlage auf viele Wertpapiere verteilen (und zum Beispiel Fonds kaufen). Wie du das ganz einfach machst, erkläre ich dir in meinem Chat-Roboter auf facebook.

Liebe Grüße,
dein William.